Meine "Virtuelle Sprechstunde"

Kommentar von Walter |

Meine Frau sagt, dass ich Mundgeruch habe. Ist das aber nicht ganz normal, dass jeder nach dem Essen leicht riecht? Ich kann ja nicht ständig mit einer Zahnbürste rumlaufen.

Antwort von Dr. Alexander von Teutul

Sie haben Recht, dass Mundgeruch durch Nahrungsaufnahme entstehen kann.

Dies ist aber zu unterscheiden von krankhaftem Mundgeruch, der sog. Halitosis .Ob Sie tatsächlich Halitosis besitzen - sowie auch die Ursache - lässt sich durch eine Halimeteruntersuchung herausfinden. Zu 90% hat die Halitosis (Halitose) ihre Ursache in der Mundhöhle, zu 9% in internistischen Bereich und zu ca. 1% im HNO-ärztlichen Bereich. Die Untersuchung mit dem Halimeter kann zeigen, ob tatsächlich Halitose (Mundgeruch) vorliegt, bzw. welches die Ursache ist.

Halitosis (Halitose), die ihre Ursache in der Mundhöhle hat, lässt sich durch eine spezielle Mundgeruchsbehandlung gut therapieren.

Kommentar von Monika L. |

Dieses Jahr ist Backenzahn mein Problemzahn . Ende Mai wurde Karies festgestellt da ich keine Schmerzen hatte bekam ich einen Termin 3 Wochen später . Allerdings hat sich der Zahn nicht an den Termin gehalten und ich mußte zum Notdienst der mir eine Nelkenfüllung machte die aber nicht hielt also kam die nächste provisorische Füllung rein . !0 Tage später Kompositfüllung . Anfang Oktober fing der Zahn empfindlich zu werden und schmerzte , meine Zahnärztin machte was zur Beruhigung drauf . Da der Zahn aber nicht Ruhe gab dann 1 Wurzelfüllung mit Einlage , 2. Wurzelfüllung 14 Tage später wieder mit Einlage . Nächster Termin ist 4 Wochen später nächste Woche Dienstag aber irgendwie ist der immer noch schmerzempfindlich . Muß der Nerv abgetötet werden bevor nächste Woche die Wuzelbehandlung endgültig beendet werden soll ?Mir hat es es letztes Mal gereicht als der Zahnarzt nach dem Bohren ohne Betäubung an den Nerv kam und es schmerzte , danach wurde dann betäubt.
Gruß Monika L.

Antwort von Dr. Alexander von Teutul

Hallo Frau Monika L.,

nach Ihrer Beschreibung müsste der Zahn bereits "tot" sein. Die Schmerzen dürften durch die Entzündung an der Wurzelspitze verursacht sein. Wenn sie weiterhin andauern, sollte die Wurzelfüllung nicht abgeschlossen werden, denn dann könnten die Schmerzen noch weiter zunehmen. Vielleicht wird eine Wurzelspitzenresektion nötig?

Es sollte aber überdacht werden, ob der Zahn überhaupt erhaltungswürdig ist, denn eine Wurzelfüllung ist nie "100%-ig", insbesondere dann, wenn eine Wurzelspitzenresektion erforderlich war. Ein wurzelbehandelter Zahn sollte später oft überkront werden, um zu verhindern, dass er "bricht". Wenn aber schon die Prognose der Wurzelbehandlung ungewiss ist...

Nächstes Mal sollten Sie vielleicht vorher eine Materialtestung vornehmen lassen, um zu testen, ob Sie das jeweilige Füllungsmaterial vertragen.

Kommentar von Monka L. |

Mir wurde im Januar der 27 Backenzahn gezogen jetzt liegt Wurzel vom 26 Backenzahn frei ein Zahn wo die Wurzel still gelegt wurde . Kann man die freiliegende Wurzel so lassen oder sollte da was gemacht werden ?
Gruß Monika L.

Antwort von Dr. Alexander von Teutul

Hallo Monika L., "internetmäßig" sind wir ja fast schon gute Bekannte.

Knochenrückgang nach einer Extraktion ist ein normaler, physiologischer Vorgang, der insbesondere dann verstärkt ausfällt, wenn ein Zahn operativ entfernt werden musste.

Nachteilig ist, wenn das Zahnfleisch am Nachbarzahn auch zurückgeht und er dadurch empfindlich auf Wärme und Kälte reagiert. In aller Regel legen sich soche Beschwerden aber nach einer gewissen Zeit. Wenn auch die Zahnwurzel des Nachbarzahns freiliegt, besteht an dieser Stelle eine erhöhte Kariesanfälligkeit, da die Zahnwurzel nicht mit Zahnschmelz, sondern "nur" mit Zahnwurzelzement, der weniger hart als der Zahnschmelz ist, bedeckt ist. Dort müssen Sie deshalb besonders gut putzen.

Theoretisch wären rekonstruktive Maßnahmen denkbar, um das Zahnfleisch an dieser Stelle "zu verlängern". Solche Operationen sind aber nur dann langfristig erfolgreich, wenn das Zahnfleisch eine knöcherne Unterlage hat. Wenn Knochen verloren gegangen ist, was nach der Extraktion die Ursache des Zahnfleischrückgangs ist, müsste der Knochen vorher wieder aufgebaut werden. Knochenaufbau gelingt am besten im Bereich einer sog. Knochentasche, die aber im Bereich einer Extraktionswunde nicht unbedingt vorliegt.

Also: Am besten so belassen und gut putzen!

Kommentar von Monika L. |

Wie soll der Backenzahn nach einer Amalgamentfernung gefüllt werden mit Zement oder direkt mit Komposit ? laut Speichelprobe ist mein Aluminiumwert dreimal so hoch wie der Referenzwert

Antwort von Dr. Alexander von Teutul

Die "klassische Schule" der Amalgamtherapie empfiehlt, direkt nach der Amalgamentfernung den jeweiligen Zahn mit einem biologisch inerten Zement für einige Wochen provisorisch zu versorgen.

Wenn aber nur wenige und eher kleinere Amalgamfüllungen entfernt müssen - und insbesondere keine allgemeinmedizinischen körperlichen Symptome vorliegen! -, wird oft auf die provisorische Füllung verzichtet.

Bei einem erhöhten Aluminiumwert in der Speichelprobe muss aber nicht unbedingt zunächst an Amalgam als Ursache gedacht werden. Amalgam besteht ja aus Quecksilber, das mit einem Metallpulver, der sog. "Feilung"  vermischt wird. Dieses Metallpulver enthält meist Kupfer, Silber, Zinn, Indium und Zink, üblicherweise aber kein Aluminium. Deshalb ist für einen erhöhten Aluminiumgehalt eher nicht eine Amalgamfüllung verantwortlich, sondern eine andere Quelle, vielleicht eine berufliche Exposition in Erwägung zu ziehen.

Die dauerhafte Versorgung des Zahns sollte aber, insbesondere bei eventuellem Vorliegen von weiteren Allergien, wohl überlegt sein. Gegebenfalls kann eine Vorabüberprüfung der Verträglichkeit des zu verwendenden definitiven Füllungsmaterials durch umzeltzahnmedizinische Methoden indiziert sein. Hierzu wird beim Zahnarzt Blut abgenommen und in einem medizinischen Speziallabor mit dort vom Zahnarzt vorher eingereichten Proben der in Frage kommenden Füllungsmaterialien abgeglichen.

Kommentar von Julia |

Ich habe irgendwo mal gelesen, dass Morbus Crohn durch Zahnprothesen kommen kann Stimmt das?

Antwort von Dr. Alexander von Teutul

Ganz so kann man das gewiss nicht sagen.

Richtig ist aber, dass Dentalmaterialien, die nicht vertragen werden, Auswirkungen auf den gesamten Körper haben können. Auch Darmprobleme können hierzu zählen.

Es ist außerdem tatsächlich so, dass unverträgliche Dentalmaterialien zu chronischen Entzündungen im gesamten Körper führen können. Auch M. Crohn als chronisch-entzündliche Darmerkrankung könnte dazu zählen.

Ein gewisser Zusammenhang kann somit nicht ganz ausgeschlossen werden.

Kommentar von Monika L. |

Ich soll demnächst Amalgam entfernt bekommen . Welche Schutzmaßnahmen sind wichtig und ist Giftstoffausleitung sinnvoll vor oder nach der Behandlung ? Gruß M.L.

Antwort von Dr. Alexander von Teutul

Als Schutzmaßnahmen zur Amalgamausleitung stehen 2 Möglichkeiten zur Verfügung:

Der Zahnarzt kann einen speziellen Absauger verwenden, der über den zu behandelnden Zahn gestülpt wird, um so zu verhindern, dass Amalgam über den Verdauungstrakt aufgenommen werden kann. Alternativ wird immer wieder die Anwendung von Kofferdam enpfohlen, Hierbei handelt es sich um ein Gummituch, durch das nur der zu behandelnde Zahn "herausschaut". Hier kann zwar mit größerer Wahrscheinlichkeit die Aufnahme des Amalgams über den Verdauungstrakt vermieden werden, aber auf dem Kofferdam-Gummi liegende Amalgampartikel können doch leicht austrocknen. Hierdurch kann es zur fraglos riskanteren gasförmigen Aufnahme über die Luftwege kommen.

Deshalb bevorzugen wir die Anwendung der "Spezialabsauger".

Die Ausleitungstherapie sollte individuell erfolgen.

Im Zentrum stehen auf jeden Fall immer Algenpräparate, meist in Tablettenform, die schon vor Beginn der zahnärztlichen Behandlung, und darüber hinaus, eingenommen werden können. Der Zahnarzt kann diese auch in fein gemörserter Form zusätzlich in den Zahn geben, direkt nachdem er die Amalgamfüllung entfernt hat.

Die Gabe weiterer Präparate hängt davon ab, ob neurologische, nephrologische, urologische o. a. Symptome vorliegen.

Bitte haben Sie Verständlis dafür, dass ich hier keine konkreten Therapiehinweise geben kann, da dies immer eine individuelle Beurteilung des Krankheitsfalls voraussetzt.

Kommentar von Joshua |

Ist das Einsetzen von Zahnimplantaten eigentlich wirklich ungefährlich? Ich habe schon so viel Schlimmes gehört.

Antwort von Dr. Alexander von Teutul

Nach entsprechender Vorplanung ist Implantieren nahezu ungefährlich bzw. umfasst nur ein durchaus gut kalkulierbares Restrisiko.

Das bedeutet, dass vor einer Implantation eine gründliche Untersuchung des Kiefers, möglichst auch mit 3-D-Röntgen (DVT) erfolgt sein sollte. Auf diese Weise kann festgestellt werden, ob Ihr Knochen ausreichend breit und stabil ist, um Implantate aufnehmen zu können. Auch der Sicherheitsabstand des Operationsgebiets zu wichtigen Blutgefäßen, Nerven oder der Kieferhöhle kann genau bestimmt werden.

Häufig werde ich auch gefragt, ob Implantate vom Körper abgestoßen werden können. Da die Implantate ganz überwiegend aus reinem Titan gefertigt sind, ist das Abstoßungsrisiko äußerst gering. Allerdings besteht die Möglichkeit, dass eine Unverträglichkeit gegenüber Titan (oder eventuell verwendeten Knochenaufbaumaterialien!) besteht oder dass chronische Entzündungsreaktionen nach der Implantation auftreten können. Um dies abzuklären,  kann beispielsweise u. a. der sog. Titanstimulationstest vor der Implantation durchgeführt werden. Auch so lässt sich das Risiko weiter verringern.

Ihr Zahnarzt wird mit Ihnen alle Risiken und Nebenwirkungen, Vor- und Nachteile, sowie alternative Behandlungsoptionen mit Ihnen besprechen. Dann können Sie selbst und eigenverantwortlich entscheiden.

Kommentar von Angelika |

Kann es sein, dass man sich schlapp und antriebslos fühlt, nachdem man eine neue Prothese bekommen hat?

Antwort von Dr. Alexander von Teutul

An dieser Stelle kann nur eine allgemeine Information geben werden.

Müdigkeit und Antriebslosigkeit sind unspezifische Symptome, die leider von vielen Therapeuten nicht ernst genommen werden. Wenn andere mögliche Ursachen ausgeschlossen worden sind, sollte aber tatsächlich ein Zusammenhang mit dem Zahnersatz in Betracht gezogen werden.

Wenn nämlich Unverträglichkeiten gegenüber Fremdstoffen vorliegen - hierzu zählen auch Dentalmaterialien aus Zahnersatz oder Füllungsmaterialien – kommt es  in der Mundhöhle selbst nur selten zu Rötungen oder Reizungen, wie man sie typischerweise mit Unverträglichkeiten in Verbindung bringen würde. Gerade unspezifische Symptome, zu denen auch Müdigkeit und Antriebslosigkeit, aber auch Probleme im Verdauungsapparat zählen, können auftreten.

Es sollte eine umweltzahnmedizinische Beratung und Untersuchung durch Zahnärzte stattfinden, die Spezialkenntnisse im Bereich der Umweltzahnmedizin besitzen.

Kommentar von Pascal L. |

Wenn man morgens unausgeschlafen ist, ich soll auch wohl nachts schnarchen – kann daran ein Zahnarzt etwas ändern?

Antwort von Dr. Alexander von Teutul

Ein nicht erholsamer Schlaf kann sehr viele unterschiedliche Ursachen haben. Haben Sie viel Stress im Beruf oder zuhause?

Falls Sie aber nachts schnarchen, können Sie in einem Schlaflabor überprüfen lassen, ob es bei Ihnen zu nächtlichen Schafaussetzern kommt. Solche Schlafaussetzer können Auswirkungen auf das Herz- Kreislaufsystem haben. Dadurch kann es zu Herzrhythmusstörungen, Herzinfarkt, Schlaganfall, erektiler Dysfunktion (Impotenz), depressiver Verstimmung u. a. kommen. Der Facharzt wird Ihnen dann evtl. eine Atemmaske verordnen.

Wenn bei Ihnen aber keine Schlafapnoe vorliegt, Sie also „nur“ Ihren Partner durch das Schnarchen nachts stören, kann Ihnen der Zahnarzt wahrscheinlich helfen. Dann liegt nämlich meist eine Einengung der Luftwege (Nase, Rachen) vor. Grundsätzlich wird das Schnarchen gefördert durch Übergewicht, oder auch Allergien („verstopfte Nase“). Deshalb wären Gewichtsreduktion bzw. der Gang zum HNO-Arzt sinnvoll. Zur Einengung des Luftwegs im Rachenbereich kann es oft auch durch das Zurückfallen der Zunge im Schlaf kommen, was durch Alkoholkonsum verstärkt wird.

Der Zahnarzt kann Ihnen eine sog. „Schnarcherschiene“ anfertigen. Hierdurch werden der Unterkiefer und die Zunge daran gehindert, nach hinten zurückzufallen und so den Rachenbereich einzuengen. Je nachdem, wie bedeutsam bei Ihnen die Begleitumstände (Übergewicht, Allergien) sind, kann das Schnarchen durch die Schnarcherschiene zumindest auf ein oft verträgliches Ausmaß verringert und oft sogar vollkommen beheben werden.

Kommentar von Justin |

Kann ein Zahn beim Beißen wehtun, obwohl er eigentlich ganz gesund ist?

Antwort von Dr. Alexander von Teutul

Das ist wirklich eine sehr theoretische Frage, und - theoretisch - ist das denkbar. Hier gibt es natürlich sehr viele mögliche Ursachen, und ohne körperliche Untersuchung ist eine Diagnosestellung unmöglich. Ich möchte Sie hier deshalb nur auf eine, gelegentlich übersehene Ursache hinweisen.

Es sollte eine Überprüfung durch den Zahnarzt erfolgen, ob evtl. eine funktionelle Überbelastung des Kauapparats oder einzelner Zähne zugrunde liegen könnte. Eine solche Überbelastung kann nämlich durch zu festes Beißen oder Reiben auf den Zähnen, oft unbewusst nachts, oft auch stressbedingt, auftreten und die beschriebenen Aufbissbeschwerden verursachen. Allerdings kann dies mit der Zeit zu ganz feinen Haarrissen – sogar bei sonst ganz gesunden Zähnen – führen. Es kann aber auch zu einem tieferen Riss in dem Zahn kommen, der aber leider ebenfalls häufig bei einer zahnärztlichen Inspektion übersehen werden kann, auch wenn der Riss beim Beißen bereits den Zahnnerv irritiert. Auch Röntgenaufnahmen helfen leider meist nicht weiter. Am besten lässt sich das unter einem Mikroskop feststellen. Die erforderliche Therapie hängt dann davon ab, wie tief der Riss bereits vorgedrungen ist.

Da aber Ihre Frage sehr allgemein gehalten war, kann auch die Antwort nur sehr allgemein sein. Es muss natürlich auch berücksichtigt werden, ob der Zahn beispielsweise schon eine Füllung ode Krone aufweist, dann kann die Sachlage schon ganz anders sein.

Kommentar von Sven Schmidtkamp |

Ich habe gelesen, dass Ohrenschmerzen, oder Druck auf den Ohren vom Zahnarzt behandelt werden sollten. Stimmt das wirklich?

Antwort von Dr. Alexander von Teutul

Bei Schmerzen im Ohrbereich wird verständlicherweise meist der Hals-Nasen-Ohrenarzt konsultiert. Da sich das Kiefergelenk aber ca. 1,5 cm vor dem äußeren Gehörgang befindet, kann die Ursache für Schmerzen in der Ohrregion auch eine sog. „Craniomandibuläre Dysfunktion“ sein. Sie kann sich als "Druck auf den Ohren" äußern. Eine solche Erkrankung betrifft Kiefergelenk und Kaumuskulatur. Es handelt sich um ein multifaktorielles Geschehen, das in die Hände des sachkundigen Zahnarztes gehört. [Ein Kieferorthopäde hat, trotz seiner Berufsbezeichnung, nicht das Kiefergelenk im Blick, sondern eher die schöne und gerade Ausrichtung der Zähne.]

Der Zahnarzt wird zunächst eine gründliche Untersuchung von Kiefergelenk und Kaumuskulatur durchführen wird. Evtl. wird eine computergestütztes Gelenksregistri8erung bei Ihnen erforderlich.

Die endgültige Therapie ergibt sich aus den jeweiligen Untersuchungsergebnissen. Manchmal ist eine Mitbehandlung anderer ärztlicher Fachrichtungen sinnvoll. Ein erfahrener Zahnarzt wird Sie beraten können.

Kommentar von Stefanie L. |

Ich bin Erzieherin von Beruf. Letzten Monat haben wir eine recht verwirrende Information unseres Gesundheitsamts bekommen, wie wir uns verhalten sollen, wenn ein Zahn eines Kindes herausgeschlagen worden ist. Können Sie mir das bitte – verständlich – erklären?

Antwort von Dr. Alexander von Teutul

Erzieherinnen und Erzieher tragen bei Unfällen eine besondere Verantwortung zum Zahnerhalt der Kinder, denn von der korrekten Lagerung des Zahns hängt es ab, ob ein Rettungsversuch gelingen kann.
Zunächst: Wenn ein Zahn komplett luxiert, also ‚herausgeschlagen‘ worden ist, ist ein Erhaltungsversuch nur bei bleibenden Zähnen, nicht aber bei Milchzähnen erfolgversprechend. In Zweifelsfällen, wenn also der Erstversorger nicht sicher ist, ob ein bleibender oder ein Milchzahn betroffen ist, sollte sicherheitshalber so vorgegangen werden, als ob es sich um einen bleibenden Zahn handeln würde.
Es ist wichtig, dass unmittelbar nach dem Unfall der Zahn in sog. physiologischer Kochsalzlösung feucht gehalten wird. Am einfachsten sollte im Kindergarten eine Zahnrettungsbox vorhanden sein, in die der Zahn gelegt werden sollte. Der zweitbeste Weg wäre, wenn das Kind den Zahn selbst im Mund, in seiner „Backentasche“ behalten würde. Da das Kind aber aufgeregt ist, besteht die Gefahr, dass der Zahn verschluckt oder  ‚aspiriert‘ wird, weshalb hierzu nicht unbedingt zu raten ist. Alternativ kann der Zahn auch in ein feuchtes Stofftaschentuch eingelegt werden. Der Zahn sollte möglichst vorsichtig behandelt und nur an der Zahnkrone, nicht aber an der Wurzel angefasst werden. Dann sollte das Kind schnellstmöglich in eine Zahnklinik, oder auch zum Zahnarzt gebracht werden; ein Krankenhaus ohne zahnärztliche Fachkräfte ist zur Erstversorgung nicht geeignet.

Kommentar von Sibylle |

Ich habe neulich in unserer Apothekenzeitschrift gelesen, dass man an den Zähnen ablesen kann, ob man gesund ist. Stimmt das?

Antwort von Dr. Alexander von Teutul

Es ist richtig, dass es Zahn-Organ-Beziehungen gibt.

Das bedeutet, dass sich erkrankte Organe, Körperteile oder auch Gelenke schädigend auf bestimmte Zahnregionen auswirken können. Andererseits können sich Zahnerkrankungen auch negativ auf bereits geschwächte Organe auswirken. Diese Zusammenhänge können zur Diagnostik hilfreich sein, auch die Therapie lässt sich unterstützen.

Zur Beurteilung dieser Zusammenhänge sind aber profunde Kenntnisse der Zähne, Zahnerkrankungen, des menschlichen Organismus , seiner Erkrankungen, sowie der ganzheitlichen Verknüpfungen erforderlich, um Fehldeutungen zu vermeiden. Außerdem muss mit diesen Kenntnissen gewissenhaft umgegangen werden.

Kommentar von Markus |

„Bleaching“ ist ja zurzeit ein großes Thema. Empfiehlt sich die Behandlung aus medizinischer und ästhetischer Sicht? Oder schadet es gar den Zähnen/Zahnschmelz?

Antwort von Dr. Alexander von Teutul

2 Arten von Bleaching müssen unterschieden werden: Das interne und das externe Bleaching.

  • Beim bekannteren externen Bleaching wird der Zahnschmelz mehrerer Zähne oder Zahngruppen von außen aufgehellt. Das kann beim Zahnarzt erfolgen, es gibt aber auch Klebestreifen zu kaufen, die man sich selbst auf den Zahnaußenseiten befestigen kann. Das erstere ist meist effektiver, das zweite kann sinnvoll sein, wenn keine so starke Aufhellung nötig ist und wenn es auch etwas länger dauern darf. Als Nebenwirkung kann es zu vorübergehender thermischer oder osmotischer Sensibilität der behandelten Zähne (Kalt-/Warm-/Süß-/Sauerempfindlichkeit) kommen. Mit Schäden am Zahnschmelz muss keinesfalls gerechnet werden.
  • Das interne Bleaching wird angewendet, wenn es darum geht, einen durch Wurzelbehandlung dunkel gefärbten Zahn wieder aufzuhellen. Bei korrekter Indikationsstellung und Ausführung ist mit keinen Nebenwirkungen zu rechnen. Allerdings sind wurzelbehandelte Zähne per se häufig frakturgefährdet, d. h. sie brechen leichter. Deshalb ist – je nach Größe des Defekts – abzuwägen, ob evtl. besser die Anfertigung eines Veneer (Verblendschale) oder einer Vollkeramikkrone erfolgen sollte.

Kommentar von Sonja |

Woran erkenne ich als Elternteil bei Kleinkindern, dass sie Zahnschmerzen haben?

Antwort von Dr. Alexander von Teutul

Das können Sie als Eltern natürlich nicht so leicht selbst erkennen. Manchmal denkt man an Zahnschmerzen, wenn Kinder nicht essen möchten. Tatsächlich nimmt aber seit ca. 25 Jahren die Kariesrate bei Kindern stark ab, so dass man nicht primär an Zahnschmerzen im Zusammenhang mit fehlendem Appetit bei Kindern denken würde. Der Besuch beim Zahnarzt kann hier aber Klarheit verschaffen. Falls der Zahnarzt keine Ursache feststellen sollte, wäre der Kinderarzt der erforderliche Ansprechpartner.

Kommentar von Izabella |

Wenn die „Zahnfee“ kommt – ist es eigentlich schlimm, einen Milchzahn zu verschlucken? Kann die Speiseröhre Schaden nehmen (scharfe Wurzeln)?

Antwort von Dr. Alexander von Teutul

Wichtig ist es, zu unterscheiden, ob der Zahn wirklich in die Speiseröhre gelangt ist. Dies ist nämlich in der Regel völlig unproblematisch, der Zahn kommt dann „auf natürlichem Weg“ wieder ans Tageslicht. Wenn Sie ihn dann „wiedergefunden“ haben, können Sie ganz beruhigt sein.

Anders verhält es sich, wenn der Zahn in die Luftröhre gelangt ist. In diesem Fall wird das Kind wahrscheinlich husten müssen. Dann wäre sofortige Einweisung ins Krankenhaus unbedingt nötig! Das tritt aber zum Glück ganz selten auf.

Kommentar von Johanna |

Können sich Zahnbeschwerden ganzheitlich auf die Gesundheit des gesamten Körpers auswirken oder auch umgekehrt?

Antwort von Dr. Alexander von Teutul

„An jedem Zahn hängt immer auch ein ganzer Mensch.“

Dies ist nicht ohne Grund der Leitspruch unserer Praxis. Um die Auswirkungen der Zähne und des Zahnhalteapparats auf den menschlichen Organismus (und umgekehrt!) besser diagnostizieren und therapieren zu können, habe ich an mein Zahnmedizinstudium die Ausbildung als Heilpraktiker angeschlossen.

Es kann nämlich zu Wechselwirkungen zwischen

  • toten Zähnen,
  • Zahnwurzelgranulomen,
  • Zahnfüllungsmaterialien,
  • Zahnersatzwerkstoffen,
  • Zahnfleischentzündungen,
  • Parodontitiden,
  • Fehlbissen,
  • Kiefergelenkserkrankungen u. v. m.

mit dem menschlichen Organismus kommen.

Umgekehrt können zum Beispiel

  • orthopädische Probleme,
  • bekannte Unverträglichkeiten und Allergien,
  • die Einnahme bestimmter Medikamente,
  • Diabetes mellitus u. a.

Auswirkungen auf die Zähne und den Zahnhalteapparat haben.

Hinzu kommt, dass bestimmte Zähne mit bestimmten Akupunkturmeridianen korrespondieren. Auch über diesen Weg sind konkrete Zahn-Organ-Beziehungen definiert.

Kommentar von Nikolai |

Wie nehme ich kleinen Kindern im Vorfeld eigentlich die „klassische“ Angst vor dem Zahnarztbesuch?

Antwort von Dr. Alexander von Teutul

Hier können die Eltern und das gesamte familiäre Umfeld viel helfen, aber leider auch viel falsch machen.

Empfehlenswerterweise nehmen die Eltern ihr Kind schon frühzeitig zu ihren eigenen zahnärztlichen Routineuntersuchungen regelmäßig mit zum Zahnarzt. Häufig verfügen die Behandlungszimmer über Spielecken, in denen sich die Kinder beschäftigen können. So gewöhnen sich die Kinder frühzeitig an die ungewohnte Atmosphäre, die fremden Geräusche, Gerüche und natürlich auch an die „Weißkittel“.  Bitte drängeln Sie nicht, dass sich Ihr Kind doch auch einmal auf den Behandlungsstuhl setzen und vielleicht sogar „den Mund aufmachen“ soll. Das geht irgendwann automatisch, denn Kinder möchten natürlich ihre Eltern nachahmen.

Das bedeutet für Sie aber, dass Sie selbst eine wichtige Vorbildfunktion haben: Erahnt auch nur Ihr Kind, dass Sie selbst nicht gerne zum Zahnarzt gehen, wird es sich auch nicht freiwillig untersuchen lassen. Hier müssen Sie selbst als Schauspieler fungieren. – Und Sätze wie „Das tut gar nicht weh…“ darf Ihr Kind niemals hören, denn zunächst geht jedes Kind unvoreingenommen zum Zahnarzt, und dann hat es auch keine Angst.

Kommentar von Hans |

Professionelle Zahnreinigung – Luxus oder regelmäßige Notwendigkeit?

Antwort von Dr. Alexander von Teutul

Professionelle Zahnreinigungen gehören zu den empfehlenswerten Wahlleistungen in Zahnarztpraxen. Bei Kindern haben sie sich seit vielen Jahren bewährt: Die Kariesquote bei Kindern ist in den letzten Jahrzehnten stark zurückgegangen. Auch bei Erwachsenen kann die professionelle Zahnreinigung gute Dienste leisten, die eigenen Zähne länger zu erhalten.

Ganz besonders wichtig ist aber eine geeignete Bakterienentfernung im bereits vorgeschädigten Gebiss, wenn also schon Zähne gefüllt sind oder Hinweise darauf bestehen, dass eine Gefährdung durch Parodontitis (z.B. Zahnfleischbluten, Mundgeruch oder ‚erhöhter Periodontal Screening Index‘) vorliegt. Auch im Rahmen der parodontalen Erhaltungstherapie ist sie ganz essentiell. Dann sollte die sog. ‚Mikrobielle Mundsanierung‘ dazu beitragen, den Ausbruch oder zumindest die Verschlimmerung der Erkrankung zu vermeiden.

Kommentar von Elke M. |

Amalgam oder Keramik? Was ist gut für mich? Ist Amalgam gesundheitlich bedenklich?

Antwort von Dr. Alexander von Teutul

Der Werkstoff Amalgam hat jahrzehntelang gute Dienste geleistet, um kariöse Zähne zu erhalten. Heutzutage bemüht man sich aber darum, gesundheitlich unbedenklichere Materialien ohne Schwermetallanteil zu verarbeiten. In einigen europäischen Ländern ist Amalgam als Zahnfüllungsmaterial mittlerweile verboten. In Deutschland ist die Verwendung von Amalgam noch erlaubt, aber  das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (früher: Bundesgesundheitsamt) empfiehlt aus vorbeugendem Gesundheitsschutz…

Kein Amalgam bei:

  • Kindern
  • Werdenden Müttern
  • Nierenfunktionsstörungen
  • Amalgam-Allergien
  • Möglicher Berührung von Amalgam mit anderen Mundmetallen.

Die Amalgamverarbeitung und -entfernung hat so zu erfolgen, dass die individuelle Belastung von Patienten und zahnärztlichem Personal mit Quecksilber auf ein Mindestmaß reduziert wird.

Aufgrund bundes- und landesrechtlicher Rechtsgrundlagen müssen zahnärztliche Behandlungsplätze mit einem Amalgamabscheider mit einem Wirkungsgrad von mindestens 95% ausgerüstet sein, damit möglichst wenig amalgamhaltiges Abwasser eingeleitet wird. Der dadurch in den Praxen anfallende Amalgamschlamm muß als „besonders überwachungsbedürftiger Abfall“ entsorgt werden.

Heute geben die meisten Zahnärzte Keramik, besonders bei größeren Restaurationen, eindeutig den Vorrang gegenüber allen anderen Füllungswerkstoffen, sogar gegenüber Gold in Form von Inlays oder Onlays, das jahrzehntelang als bestes Material gegolten hat.

Keramik ist sehr haltbar, hervorragend im Aussehen und biologisch optimal verträglich.